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30.03.2007 – Muskelschwund ist nicht nur im Weltraum ein Problem

Kinderkipptisch Galileo erweitert das Therapieangebot in der Kita Anna Roles.

 

Ursprünglich wurde das Gerät für den Weltraum entwickelt, doch jetzt kommt es auch in der Integrativen Kindertagesstätte (Kita) Anna Roles im nahen Lichtenbusch zum Einsatz. Die Rede ist vom Kinderkipptisch Galileo, der jetzt das Therapieangebot der Tagestätte erweitert. 56 Kinder besuchen die integrative Betreuungseinrichtung, davon 21 mit besonderem Förderbedarf. Und für die ist die Arbeit mit dem neuen Gerät ein echter Gewinn.

Ursprünglich wurde die Technik dafür eingesetzt, dem Muskelschwund bei Astronauten während des Aufenthalts in der Schwerelosigkeit vorzubeugen. Dafür werden die Astronauten auf einem Tisch festgebunden und dieser wird anschließend senkrecht aufgerichtet. Am unteren Ende des Tisches ist eine Vibrationsplatte angebracht. Wird diese angeschaltet, muss der darauf stehende Körper die vom Gerät ausgehenden Schwingungen ständig ausgleichen. Dadurch werden Muskeln und Knochen gestärkt. Aber nicht nur im Weltraum leiden Menschen unter Muskelschwund. Die Kita Anna Roles besuchen viele Kinder, die aufgrund von Körper- oder schweren Mehrfachbehinderungen ihren Körper nur unzureichend trainieren können. Und genau an die richtet sich das neue Therapieangebot. „Anfangs war unseren Kindern das Gerät ein wenig unheimlich, aber mittlerweile freuen sich alle auf die Trainingseinheiten”, sagt Beate Michelfeit, Physiotherapeutin in der Kita. Und die Freude ist den Kindern während des Trainings auch deutlich anzumerken. Der kleine Raphael lacht laut; während er sich von Galileo kräftig durchschütteln lässt. Um das Training noch intensiver zu machen, animieren die Betreuerinnen ihn, sich kräftig in die Höhe zu strecken. Raphael soll nach Bällen greifen, die knapp über seinen Kopf gehalten werden. Täglich trainieren die Kleinen drei mal drei Minuten mit dem neuen Gerät. Erste schöne Erfolge haben sich schon eingestellt, wie Christiane Hauch, Leiterin der Kita, betont: „Eine Mutter kam zu mir und meinte überglücklich: Mein Kind kriegt ja Waden! Ein anderes unserer Kinder läuft seit Beginn der Therapie deutlich sicherer.”Möglich war die Anschaffung des rund 10 000 Euro teuren Geräts durch das große Engagement von Eltern und Spendern. Durch die Unterstützung des „Lion Clubs Aachen Kaiserpfalz” und des „Förderkreises Schwerkrankes Kind” ist der Kauf bereits zu großen Teilen wieder beglichen. Denn vorläufig hatten die Caritas Lebenswelten, Träger der Kita Anne Roles, das Gerät selbst finanziert.

 

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