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Zivildienst bei der DMH
Wir suchen Zivildienstleistende!
Heimschläfer – und hast neun Monate lang eine lockere Zeit ...
"... mehr als ein Ausgleich meiner Mühen!"

Wir suchen Zivildienstleistende!


 

Zivildienst bei der Deutschen Muskelschwund - Hilfe e.V., DMH, heißt Individuelle Schwerstbehindertenbetreuung -ISB-.

 

Bei der ISB betreut ein Zivildienstleistender einen Betroffenen über die ganze Dienstzeit.

 

Mit diesem Dienst gibt der Zivi individuelle Hilfen - in der Schule, in der eigenen Wohnung, in der Freizeit, am Arbeitsplatz, in den Ferien und im Umgang mit Behörden und Ärzten.

 

Oder Zivildienstleistende machen bei der DMH Fahrdienst. Mit dem Fahrdienst machen wir Schul- Behörden- Arzt- Krankenhausfahrten und erfüllen nach Möglichkeit alle privaten Wünsche - auch an Wochenenden, Feiertagen und späten Abendstunden. Zum Beispiel begleiten wir muskelkranke Menschen zu Konzerten, die ja bekanntlich oft erst am späten Abend beginnen. Wir helfen beim waschen, Anziehen und der Toilette.

 

Wir freuen uns auf jeden jungen Mann, der bereit ist betroffene Menschen mit seinen eigenen Kräften Lebensqualität zu schenken.

 

Individuelle Schwerstbehinderten- Betreuung und Fahrdienst in Hamburg und Umgebung.

Hinter dieser Idee stehen praktische Lebenshilfe und soziale Integration für muskelkranke Menschen, deren Angehörigen und Freunde. Diese wertvollen Hilfen, können durch Zivildienstleistende ermöglicht werden.

 

 

Für einen ersten Überblick zum Thema Muskelschwund stehen hier einige Filme zur Verfügung.

 

Kontakt:

Deutsche Muskelschwund - Hilfe e.V.

Alstertor 20

20095 Hamburg

 

Rufnummer: 040 / 32 32 31 - 0

E-Mail: info@muskelschwund.de

 

Heimschläfer – und hast neun Monate lang eine lockere Zeit ...


 

Kurz bevor ich meinen Wehrdienst antreten sollte, habe ich mir überlegt: Beim Zivildienst bist du doch eigentlich finanziell besser aufgehoben, dazu noch Heimschläfer und hast neun Monate lang eine lockere Zeit ...

 

Dank Bartosz, einem ehemaligen Zivi von Herrn Friedrich, habe ich mein Vorstellungsgespräch bei der DMH bekommen und am 4. Oktober 2000 den ersten Zivitag in der individuellen Schwerstbehindertenbetreuung begonnen.

 

Gleich zu Beginn meiner Betreuungszeit wurde ich ins kalte Wasser geworfen: Ich durfte Herrn Friedrich nach Düsseldorf zur Reha-Messe begleiten. Dieser Tag hat meine Einstellung grundlegend geändert! So viele kranke und behinderte Menschen, Stände für jede Behinderung, Krankheiten, von denen ich noch nie etwas gehört habe ... Erst da ist mir klar geworden, dass Geld nicht das Wichtigste ist, dass ich mit meinen neun Monaten Dienst helfe und der Zivildienst von größter Wichtigkeit für unser soziales System ist.

 

Ich verstehe nicht, warum einige Zivis sich so schwer tun, ihren neunmonatigen Zivildienst zu leisten. Ihre geistige Haltung gibt mir Rätsel auf. Ich glaube, sie haben es nicht gelernt, sich unterzuordnen und für betroffene Menschen ein Zeitopfer zu bringen. Dabei übersehen sie, dass sie mit ihrer Haltung pflegebedürftige Menschen diskriminieren.

 

An jedem Tag bekomme ich hautnah mit, was es heißt, mit einer Behinderung zu leben.

 

Bei Patientenbesuchen lerne ich Menschen kennen, die auf ihre individuelle Art und Weise mit ihrer Situation umgehen lernen müssen bzw. es gelernt haben. Und deren Motivation erstaunt mich immer wieder aufs Neue. Wenn ich jetzt gesunde Menschen über kleine Wehwehchen jammern höre, kann ich nur den Kopf schütteln. Ich darf aber auch miterleben, wie schwer und aufwendig es ist, die so dringend benötigten finanziellen Bezüge für die DMH zu organisieren.

 

An dieser Stelle meine Hochachtung für Herrn Friedrich, der mit unglaublichem Ehrgeiz und Willen dafür sorgt, dass die nötigen Spenden auf das Konto fließen, so dass den Betroffenen eine langfristige Betreuung zugesichert ist. Ein Lob auch an Frau Bluhm und Frau Stiller, die mit ihrem großen Einsatz die Betreuung der vielen Patienten mit derart vielen Zivis erst ermöglichen. Ich habe in meinem Zivildienst bis dato viel gelernt und kann diese Erfahrung nur jedem empfehlen. Ich möchte keinen Tag meines Zivildienstes missen.

Sollte der Zivildienst irgendwann gestrichen werden, bedeutet das nicht nur eine Katastrophe für die auf zusätzliche Hilfskräfte angewiesenen Einrichtungen – viele junge Männer wären um kostbare Erfahrungen betrogen, die sie als Zivis gesammelt hätten, und auch der Gelegenheit beraubt, vor dem Start ins harte Berufsleben ihre Menschenkenntnis zu schärfen. Ich wünsche mir, auch nach meiner Dienstzeit mit der DMH verbunden zu bleiben.

 

Robert Baran

Zivildienstleistender

 

"... mehr als ein Ausgleich meiner Mühen!"

 

Als ich im Frühjahr 1998 an die Deutsche Muskelschwund- Hilfe e.V. wandte, war mein sehnlichster Wunsch, möglichst bald mit meinem Zivildienst zu beginnen. ich hatte zuvor Musik studiert, mein Studium jedoch nach ziemlich unbefriedigendem Verlauf abgebrochen und - nach einer kurzen Zeit der Besinnung - einen „Neustart“ geplant.

 

Nach meinem Abitur hatte ich mich bislang ausschließlich mit mir selbst beschäftigt, wie ich nachträglich erschreckenderweise feststellen musste.

 

Eine Chance, bewußt etwas zu tun

 

Die Pflicht, Zivildienst zu leisten, habe ich in diesem Zusammenhang stets als Chance begriffen, etwas zu tun, was ich bisher noch nie bewußt getan hatte: für anderen Menschen, die Hilfe brauchen, da zu sein, ihnen in ihrer Not beizustehen. Ich war hocherfreut, dass die Deutsche Muskelschwund-Hilfe e.V. bereit war, mich sofort einzustellen.

 

Allerdings wurde mir keine feste Bezugsperson zugeteilt, sondern nach Absprache mit Frau Bluhm eine Springerfunktion zugewiesen. Überall dort, wo Not am Mann ist, kann der Springer theoretisch eingesetzt werden, wenn er gerade verfügbar ist, erklärte man mir. „Variatio delectat“ (Abwechslung macht Freude) dachte ich mir nahm es an. Die meistens wöchentlich wechselnden Arbeitszeiten machten mir dann doch zu schaffen. Auch von Blitzeinsätzen und Wochenenddienst wurde ich nicht verschont.

 

Überall herzlich aufgenommen

 

In den Familien wurde ich fast ausnahmslos herzlich aufgenommen. Auch wenn ich mir gelegentlich nur wie ein halber Zivildienstleistender vorgekommen bin, da ich ja „nur“ aushalf, tat es mir gut, mit vielen Betroffenen in Kontakt zu treten. Ich habe sowohl Erwachsene als auch Jugendliche betreut und ganz unterschiedliche Einstellungen zu Leben und Tod kennengelernt.

 

Einige sind mit ihrer Krankheit aufgewachsen, andere hat die Krankheit urplötzlich aus dem Berufsleben gerissen. Natürlich bekommt man als Zivildienstleistender in der individuellen Schwerstbehinderten- Betreuung (ISB) einiges Leid mit, vor dem man kaum die Augen verschliessen kann. Im Herbst 1998 hörte ich von dem Tod eines Muskelschwundkranken, bei dem ich wenige Tage zuvor Dienst gehabt hatte.

 

Er hatte zuvor jede Art von pflegerischer Hilfe strikt abgelehnt und sich mit Händen und Füßen dagegen gewehrt. Trotz des Muskelschewundes verfügte er noch über erstaunlich viel Kraft.

 

Das Leben positiv verändert

 

Es war mir klar, dass er nicht mehr leben wollte, doch Pfleger und Zivildienstleistende dürfen darauf keine Rücksicht nehmen. Meinen Kollegen, der ihn etwa ein halbes Jahr betreut hatte, kann ich nur bewundern. Bis zuletzt hatte er sein möglichstes getan und die Hoffnung damit seinem Muskelkranken neuen Lebensmut einflößen zu können, nie aufgegeben. Nach diesem Erlebnis erschienen mir alle anderen Einsätze vergleichsweise leicht.

Durch eine schicksalhafte Fügung bekam ich im Winter ein vorübergehend festes „Engagement“, das bis heute andauert und mir ermöglicht hat, etwas mehr Kontinuität in mein Leben zu bringen. Der Zivildienst bei der Deutschen Muskelschwund- Hilfe e.V. gefällt mit trotz meines zuweilen stressigen Jobs sehr: Die Dankbarkeit der Betroffenen und die Freude, die man bereiten kann, ist für mich mehr als ein Ausgleich meiner Mühen. Das Gefühl „Retter in der Not“ zu sein, hat meinem Selbstbewußtsein sicherlich sehr gut getan.

 

Insgesamt hat, so glaube ich, der Zivildienst mein Leben positiv verändert und mich für die Zukunft gestärkt.

 

Dafür möchte ich an dieser Stelle allen danken, bei denen ich ausgeholfen habe, insbesondere Herrn Kuhlwein, den ich seit längerer Zeit betreue. Ebenso Herrn Friedrich und Frau Bluhm, die für auftauchende Probleme immer ein offenes Ohr hatten und für mich sehr angenehme Vorgesetzten sind.

 

Felix Stephan

(Zivi)

 

 

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