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Logopädie

© Dan Race

Logopäden können Menschen mit Muskelerkrankungen helfen, die vorhandenen Ressourcen zu optimieren und zu stabilisieren, um die Lebensqualität zu verbessern, den Alltag zu erleichtern und die Teilhabe am sozialen Leben. Dabei müssen die Behandlungsziele und Methoden ständig dem aktuellen Krankheitszustand angepasst werden.

Atmung
Je nachdem, welche Muskelerkrankung vorliegt, ist auch das Ausmaß der Beeinträchtigungen in Bezug auf die Lungenfunktion sehr unterschiedlich. Wenn sich die Erkrankung auf die Brustwandmuskulatur, das Zwerchfell und die Bauchmuskulatur auswirkt, dann bedeutet dies eine starke Beeinträchtigung der Lungenfunktion und somit eine Verminderung der Lebensqualität.

Die Lungenfunktion sollte regelmäßig überprüft und ergänzend eine Polysomnographie (Diagnostisches Verfahren zur Messung physiologischer Funktionen während der Nacht) gemacht werden.

Ggf. kann eine temporäre oder dauerhafte Heimbeatmung erfolgen, die sowohl das Wohlbefinden, als auch die Lebensqualität deutlich steigern kann. Häufig ist sie nur nachts notwendig, um die Muskulatur zu entlasten, damit man am Tag wieder leistungsfähig ist.

Auch der gegenseitigen Beeinflussung der verschiedenen Bereiche sollte große Aufmerksamkeit geschenkt werden, denn Einschränkungen in der Rumpfmuskulatur und die daraus resultierende Fehlhaltung des Oberkörpers können die Atmung stark beeinträchtigen. Ziel der verschiedenen Stimmübungen ist u.a. eine Verlängerung der Tonhaltedauer. 

Schluckstörungen
Bei Betroffenen von Muskelschwund kommen Störungen des Schluckens zum Glück relativ selten vor. Menschen, die an Schluckstörungen leiden, haben nicht nur Probleme mit der Aufnahmen von Nahrung und Flüssigkeiten, sondern erfahren auch im sozialen Umfeld häufig eine Beeinträchtigung. In der Therapie werden die medizinischen Folgen, wie z.B. Unterernährung oder Dehydrierung, in den Vordergrund gestellt. Entsprechende Hilfsmittel, wie z.B. Strohhalme mit Rücklaufstopp oder spezielle Trinkbecher können den Betroffenen den Alltag erleichtern. Unterstützend kann eine Ernährungsberatung hinzugezogen werden, die wertvolle Tipps für die Speisenzubereitung liefern kann, um das Schlucken von Nahrung oder Flüssigkeiten zu erleichtern.

Ist das Schlucken nicht mehr oder nicht mehr ausreichend möglich, kann eine perkutane endoskopische Gastrostomie, auch PEG genannt, notwendig werden. Eine PEG ist ein künstlicher Zugang, bei dem mittels einer Magenspiegelung eine dünne Sonde durch die Haut, die Bauchwand und die Magenwand in den Dünndarm gelegt wird.

Sprache und Mimik
Sprache hat in der heutigen Gesellschaft einen hohen Stellenwert. Mit Hilfe unserer Stimme sind wir in der Lage, mit unserem Umfeld zu kommunizieren. Eine entsprechende Mimik unterstreicht das Gesagte und spiegelt unsere Emotionen dabei wieder.

Das Ziel der Logopädie in Bezug auf die Sprache ist eine Optimierung der Stimm- und Sprechfunktion. Eine Lockerung der Kaumuskulatur und die Auflösung von Druckgefühlen am Kehlkopf beispielsweise haben sich in der Therapie positiv ausgewirkt. Bei Sprech- und Sprachproblemen hat es sich ebenfalls bewährt, eine Gruppentherapie in Anspruch zu nehmen. Während in der Einzeltherapie beim Logopäden an den grundlegenden Parametern gearbeitet wird, liegt der Schwerpunkt der Gruppentherapie in der Umsetzung dessen, was in der Einzeltherapie gelernt wurde. Der Vorteil der Gruppentherapie liegt vor allem darin, dass Betroffene den Unterschied zwischen Eigen- und Fremdwahrnehmung erkennen, ein direktes Feedback durch die Mitpatienten erhalten und so lernen, mit der Sprechstörung besser umzugehen.

Ev. ist es ratsam, Betroffene bei beginnenden Sprechproblemen schon frühzeitig mit entsprechenden Kommunikationshilfen auszustatten.

Erkrankungsformen, die einen Abbau der mimischen Muskulatur im Gesicht zur Folge haben, erzeugen oft bei den Mitmenschen einen falschen Eindruck. Betroffene werden als mürrisch bezeichnet und ihnen wird teilweise eine geistige Behinderung unterstellt. Dies schlägt sich nicht nur auf das eigene Selbstbewusstsein nieder, sondern kann sogar zur sozialen Ausgrenzung durch die Mitmenschen führen.