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MS (Multiple Sklerose) und Muskelschwund – zwei völlig verschiedene Erkrankungen

Wenn wir über das Thema Muskelschwund und die verschiedenen Erkrankungsformen berichten, erleben wir immer wieder, dass uns Menschen ansprechen und erzählen, dass sie auch jemanden in ihrem Umfeld kennen, der oder die an MS leidet. Natürlich ist es naheliegend, bei dem Begriff Muskelschwund die Abkürzung MS dahinter zu verstehen, jedoch sind MS und Muskelschwund zwei völlig unterschiedliche Erkrankungen.

MS (Multiple Sklerose)
Multiple Sklerose ist eine sog. chronisch entzündliche Erkrankung der Nerven, bei der die Myelinscheide, also die elektrisch isolierende äußere Schicht der Nervenfasern im zentralen Nervensystems phasenweise zerstört wird.

MS ist eine der am häufigsten auftretenden, neurologischen Krankheiten bei jungen Erwachsenen, deren eigentliche Ursache bis heute leider noch nicht geklärt ist.

Eine Gemeinsamkeit von MS und Muskelschwund ist der meist schubförmige Verlauf und die sehr unterschiedlichen Verlaufsformen. Beginnende Sehstörungen mit plötzlicher, deutlicher Minderung der Sehschärfe, sowie das Auftreten von Doppelbildern oder Störungen der Augenbewegung, können unter anderem Erkennungsmerkmale für eine beginnende MS sein. Genau wie Muskelschwund ist auch MS bis heute nicht heilbar, jedoch kann der Verlauf durch verschiedene Therapieansätze oft sehr positiv beeinflusst werden und führt nicht zwangsläufig zu einer schweren Behinderung. Sehr häufig sind auch viele Jahre nach Ausbruch der Erkrankung Patienten noch gehfähig.

Von MS Betroffene und deren Angehörige sollten sich an die zuständigen Hilfsorganisationen, wie z.B. die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft e.V., http://www.dmsg.de wenden oder bei medizinischen Fragen einen versierten Neurologen, bzw. eine neurologische Fachklinik, wie z.B. Universitätskliniken aufsuchen.

Muskelschwund
Muskelschwund zählt zu den sogenannten neuromuskulären Erkrankungen. Sehr häufig ist die Ursache von Muskelschwund erblich bedingt. Je nach Art der Muskelerkrankung können diese bereits in sehr frühem Kindesalter, z.B. bei einer Duchenne-Erkrankung auftreten.

Nach heutigen Erkenntnissen gibt es eine Vielzahl von muskulären Erkrankungen. Man spricht von inzwischen bis zu 800 unterschiedlichen Erkrankungsformen. Dies macht es vor allem auch der medizinischen Forschung so schwer, Medikamente zu entwickeln, die den Krankheitsverlauf lindern oder gar heilen können. Hinzu kommt erschwerend, dass Muskelschwund zu den seltenen Erkrankungen zählen. Bis heute gelten Muskelerkrankungen als unheilbar. Im Gegensatz zu MS sind nicht Nervenschädigungen des zentralen Nervensystems Auslöser für Muskelschwund, sondern das Absterben der nervenversorgender Zellen, welche im Rückenmark der Wirbelsäule gebildet werden (sog. neurogener Muskelschwund) oder die Erkrankung des Muskels selbst (myogener Muskelschwund).

Muskelerkrankungen, bei denen unmittelbar die Muskulatur abgebaut wird, bezeichnet man als Myodystrophien oder Myopathien. Hierzu zählen unter anderem bekannte Muskelerkrankungen wie z.B. Duchenne, Becker-Kiener oder Gliedergürteldystrophie. Muskelerkrankungen, die durch das phasenweise Absterben der nervenversorgenden Zellen für die Muskeln entstehen, sind sogenannte Spinale Muskelatrophien (z.B. Werdnig-Hoffmann, Kugelberg-Welander). Alle Muskeldystrophien sind durch fortschreitende (progressive) Degeneration der Muskulatur, einhergehend mit Umbauprozessen, gekennzeichnet. Eine Ausnahme für nicht erblich bedingte Muskelerkrankungen ist z.B.die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS), die in der Regel erst in fortgeschrittenem Alter in Erscheinung tritt.

Generell gilt auch bei Muskelerkrankungen, dass sie in Schüben auftreten können. Muskelerkrankungen machen sich dadurch bemerkbar, dass sich deutliche Muskelreduzierungen und Muskelschwächen in unterschiedlichen Regionen darstellen. Erste Anzeichen für eine Muskelerkrankung können z.B. Stolpern, Schwierigkeiten beim Überwinden von Stufen, häufigeres Fallen, Schluckbeschwerden oder Störungen im Gesichtsausdruck sein. Zur genaueren Feststellung empfiehlt sich der Gang zu einem auf die Behandlung von Muskelerkrankungen spezialisierten Neurologen oder eine Fachklinik, z.B. Universitätskliniken.

Auch wenn es bis heute noch keine Medikamente gibt, die Muskelerkrankungen heilen können, so geschieht auf dem Gebiet der medizinischen Forschung zum Glück zunehmend mehr. So gibt es z.B. bei bestimmten Duchenne-Erkrankungsformen oder bei der FSHD (Fazioskapulohumeralen Muskeldystrophie) erste erfolgsversprechende medizinische Therapieansätze. Um noch mehr Erkenntnisse über Muskelerkrankungen zu erhalten und eine gezieltere medizinische Forschung betreiben zu können, ist es wichtig, dass die Betroffene den genauen Typ ihrer Erkrankung diagnostizieren und sich in einem dafür eingerichteten Patientenregister eintragen lassen.