Assistenz für Muskelkranke

Informationen für Betroffene und Angehörige

Menschen mit Muskelschwund benötigen im Alltag häufig Unterstützung. In der häuslichen Umgebung ist diese meist durch Angehörige gewährleistet, doch in der Schule, im Studium oder am Arbeitsplatz ist die notwendige Hilfe durch Angehörige meist nicht möglich. Durch unsere individuelle Schwerstbehindertenbetreuung (ISB) können z.B. von Muskelschwund betroffene Kinder und Jugendliche weiter auf eine Regelschule gehen und so in ihrem sozialen Umfeld bleiben. Unsere Integrationshelfer/Assistenten sind gewissermaßen Arme und Beine des Betroffenen. So können diese trotz ihrer Abhängigkeit von fremder Hilfe ihr Leben weitestgehend nach eigenen Vorstellungen gestalten.

Die Assistenz, egal ob in der Schule, an der Uni, am Arbeitsplatz oder im häuslichen Umfeld, wird von jungen Erwachsenen übernommen, die mindestens 18 Jahre alt sind und ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) oder einen Bundesfreiwilligendienst (BFD) absolvieren. Die Interessierten bewerben sich bei uns oder bei unserem Dachverband, der Diakonie Hamburg. Es erfolgt ein Bewerbungsgespräch und ein Kennenlernen mit der zu begleitenden Person. Wenn die Chemie stimmt, wird ein Vertrag für die Laufzeit von einem Jahr geschlossen. Dieser kann auf Wunsch um weitere 6 Monate verlängert werden. Alle FSJ-ler und BFD-ler werden während ihrer Dienstzeit umfassend in Seminaren geschult und somit gut auf ihre Tätigkeit als Assistenz vorbereitet. Pflegerische Aufgaben dürfen unsere FSJ-ler und BFD-ler allerdings nur unterstützen, aber nicht eigenhändig ausführen. Von unseren FSJ-lern und BFD-lern erwarten wir ein hohes Maß an Zuverlässigkeit und Verantwortungsbewusstsein, Einsatzbereitschaft, Teamfähigkeit, Vertrauenswürdigkeit und natürlich einen offenen Umgang mit den Betroffenen und ihren Angehörigen. Bei Interesse melden Sie sich gerne bei uns.

Schulbegleitung
Seit vielen Jahren bieten wir speziell in Hamburg für muskelkranke Kinder und Jugendliche mit Unterstützungsbedarf eine Schulbegleitung an. Die Aufgabe der Schulbegleiter liegt darin, die Kinder und Jugendlichen bei der Bewältigung des Schulalltags zu unterstützen. Dazu gehört zum Beispiel das An- und Ausziehen der Jacke, das Bereitlegen von Schulmaterial, Unterrichtsnotizen machen, Begleitung in den Pausen, Unterstützung beim Essen und ggf. beim Toilettengang. Auch auf Schulausflügen und Klassenfahrten stehen die Schulbegleiter den Kindern und Jugendlichen zur Seite, damit diese an allen Schulaktivitäten teilhaben können.

Studienassistenz
Für Studierende an der Universität kann eine Assistenz eine sehr große Hilfe sein. Diese erleichtert den Studenten unter anderem den Besuch von Lehrveranstaltungen oder die Fahrt in die Bibliothek und hilft bei der Erstellung von Referaten und Hausarbeiten. Auch bei Tätigkeiten, wie dem An- und Ausziehen der Jacke, Unterstützung beim Essen, etc. ist die Assistenz eine wichtige Stütze.

Arbeitsassistenz
Eine Assistenz kann muskelkranken Menschen am Arbeitsplatz helfen und die Tätigkeiten übernehmen, die diese zur Bewätigung des Berufes nicht mehr selbständig ausführen können. So können Muskelkranke aktiv am Arbeitsleben teilhaben und einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag leisten. 

Assistenz im häuslichen Umfeld
Nicht nur in der Schule, im Studium oder im Beruf sind muskelkranke Menschen auf die Hilfe Anderer angewiesen. Auch im eigenen häuslichen Umfeld brauchen Betroffene bei vielen Tätigkeiten eine helfende Hand. Oftmals wird diese Unterstützung durch Angehörige gewährleistet, doch auch diese benötigen ab und zu eine Auszeit. Eine Assistenz kann in solchen Fällen eine große Entlastung für die Angehörigen sein.

In der Regel werden die Kosten vom jeweiligen Kostenträger (z.B. Schulbehörde) übernommen.