Lungenentzündung bei Duchenne Muskeldystrophie (DMD)

Bei Patienten mit DMD stellt eine Lungenentzündung (LE) ein ernstzunehmendes Problem dar. Sie ist nach wie vor die häufigste Todesursache bei dieser Erkrankung. Aus diesem Grund sollte die Behandlung mit größter Sorgfalt und möglichst in einer Lungenfach­klinik erfolgen. Eine herkömmliche Antibiotika-Therapie reicht bei DMD-Patienten nicht aus. 

Besonderheiten bei DMD:
Kennzeichnend für DMD ist, dass bei jugendlichen und erwachsenen Patienten die Atem­funktion bereits deutlich eingeschränkt ist. Besonders kritisch ist, dass es dadurch zu einer Mangelbelüftung der Lunge und zu Gewebeverklebungen in den tiefen Bereichen der Lunge kommt. Hier können sich Keime ansiedeln. Erschwerend kommt hinzu, dass den DMD-Pati­enten die Kraft fehlt, Sekret abzuhusten, welches in der Lunge verbleibt und einen Nährbo­den für Keime bildet. Diese beiden Faktoren begünstigen die Entstehung einer LE und er­schweren deren Abheilung. Bei DMD im fortgeschrittenen Stadium liegt außerdem zumeist eine Herzinsuffizienz vor. Des Weiteren haben viele DMD-Patienten in fortgeschritte­nem Stadium extremes Untergewicht. 

Erste Anzeichen einer Lungenentzündung:
Plötzlich ansteigendes hohes Fieber und eine stark erhöhte Herzfrequenz können erste An­zeichen einer LE sein. Oftmals bleiben vermeintlich typische Symptome einer LE jedoch zu­nächst aus. Auch die mittels Pulsoxymeter gemessene Sauerstoffsät­tigung kann sich durch­aus noch im Normbereich befinden. Bei Verdacht auf eine LE sollte der DMD-Patient mög­lichst umgehend eine Lungenfachklinik aufsuchen und da­mit keinesfalls zu lange warten.

Diagnostik:
Durch Abhören, Blutuntersuchung, Röntgen, CT und Bronchoskopie kann eine LE eindeutig diagnostiziert werden. Beim CT gilt es zu beachten, dass viele DMD-Patienten ein Metall­implantat an der Wirbelsäule haben.

Richtlinien für die Behandlung einer Lungenentzündung

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