Muskelschwund

Muskelschwund ist der informelle Ausdruck für erblich bedingte neuromuskuläre Erkrankungen. Im wesentlichen unterscheidet man zwischen Muskeldystrophien und Muskelatrophien, je nachdem ob der Muskel oder die Nerven betroffen sind. Allen gemeinsam ist der stetige Abbau von Skelett-, Atem- und Herzmuskulatur und die Tatsache, dass es keine ursächliche Therapie gibt.

Muskeldystrophien:
Durch eine in der Zellmembran fehlende Eiweißverbindung (das Dystrophin) wird die Zellmembran geschädigt, die Muskelzelle wird instabil. Wichtige Stoffe treten aus und schädigende Stoffe treten ein. Dadurch geht die Muskelzelle über kurz oder lang zugrunde.

Muskelatrophien:
Die zur Ansteuerung der Muskeln erforderlichen Nervenzellen (die Motoneuronen) sterben ab und führen zur Degeneration von Muskelgewebe.

Da es viele unterschiedliche Formen gibt, kann nur eine Untersuchung beim Neurologen oder Neuropädiater darüber Aufschluss geben. Sollten Sie das Gefühl haben, mit Ihrer Muskulatur oder der motorischen Entwicklung ihres Kindes stimme etwas nicht, nehmen Sie bitte Kontakt zu einem Facharzt oder einem neuromuskulären Zentrum auf.

Es gibt keine Meldepflicht für derartige Erkrankungen, daher gehen die Schätzungen über die Zahl betroffener Menschen weit auseinander. Sie reichen von 50.000 bis 300.000 Betroffenen in Deutschland.

Ihr Ansprechpartner für medizinische Fragen
Dr. med. Klaus Dechant (Chefarzt der Klinik für Neurologie)
Asklepios Weserbergland-Klinik GmbH
Tel.: 05271 98-2331
Fax: 05271 98-2390
k.dechant@asklepios.com
www.asklepios.com/hoexter

Typische Anzeichen einer Muskelerkrankung

Da es sehr viele neuromuskuläre Erkrankungen mit sehr unterschiedlichen Krankheitszeichen und unterschiedlichen Verläufen gibt, gibt es auch eine Vielzahl von möglichen Anfangssymptomen.

In einigen Fällen macht sich die Erkrankung bereits im Mutterleib vor der Geburt bemerkbar mit auffällig geringen Kindsbewegungen. Nach der Geburt können auftreten: ungewöhn­liche Trinkschwäche, Verschlucken, Husten und bei geringer Nahrungsaufnahme daraus folgend Gedeihstörungen. Im Weiteren kann z. B. eine Schwäche beim Kopfheben, verzögerte Sitzfähigkeit und eine verzögerte Entwicklung des Laufenlernens auffallen und später vermehrtes Stolpern mit Hinfallen und insgesamt unsicherem Gang. Weiterhin kann es zur Entwicklung einer Haltungsstörung mit Hyperlordose (übermäßiges auffälliges Hohlkreuz besonders bei Jungen) kommen, auffällig breitbeiniges schaukelndes Gehen.

In der Jugend oder im Erwachsenenalter können dann Schwächen von Armen oder Beinen, abweichend von der normalen Altersentwicklung, auftreten, ebenso Gangstörungen, Stolpern, Schwierigkeiten, die Füße zu heben, Treppen zu steigen, Abnahme der muskulären Ausdauer, also Schwäche der Muskulatur und evtl. Atem- und Herzbeschwerden.