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Rehabilitationskliniken

In diesem Abschnitt möchten wir Ihnen gerne einige renommierte Reha-Einrichtungen vorstellen, die sich auf die Behandlung von Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen spezialisiert haben.

Besonders die Asklepios Weserbergland-Klinik in Höxter und die Klinik Hoher Meißner in Bad Sooden-Allendorf können wir Ihnen empfehlen.

Weserbergland Klinik in Höxter

Die WBK liegt im wunderschönen Weserbergland in Höxter und verfügt über eine auf die Belange von Patienten mit körperlichen Behinderungen eingerichtete Ausstattung, sie ist barrierefrei und daher auch für Rollstuhlfahrer geeignet.

In der WBK (Gründung 1949) werden bereits seit Jahrzehnten neuromuskulär erkrankte Patienten mit physikalischen rehabilitativen Methoden behandelt. Angewandt werden je nach Befund des Patienten verschiedene Methoden der Physiotherapie (bzw. Kranken­gymnastik), der Trainingstherapie, Massagen, Elektrotherapien, Bäder und sonstige Wasser­behandlungen sowie Wärme- und Kältetherapien. Häufig sind auch ergotherapeutische Behandlungen angezeigt und in manchen speziellen Fällen logopädische Therapien. Bei entsprechenden Problemen erfolgen psychologische oder neuropsychologische Testun­gen bzw. Behandlungen. Bei Bedarf werden Hilfsmittelerprobungen und –versorgungen durchgeführt.

Bis in die 1980-Jahre galt als Therapieprinzip bei neuromuskulären Erkrankungen im wesentlichen muskuläre Schonung. Passive Behandlungsmaßnahmen und Hilfsmittel­versorgungen standen im Vordergrund.

Ab 1985 wurde auf Anregung und mit umfangreicher Unterstützung von Joachim W. A. Friedrich, Gründer und damaliger Vorsitzender der Deutschen Muskelschwund-Hilfe Hamburg in der WBK unter der Leitung des Ärztlichen Direktors und Chefarztes Prof. Dr. med. Georg Weimann (ab 1992 Fortführung durch Chefarzt Dr. Claus-Rüdiger Arnold) eine Therapiestudie begonnen, in der überprüft wurde, ob das mögliche Therapiespektrum bei Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen um aktive Maßnahmen erweitert werden könnte.

Es wurde ein Vergleich von Therapien mit nur isometrischen Behandlungen im Vergleich zu kürzeren und längeren dynamischen Behandlungen, im weiteren Verlauf Wasserbehand­lungen, Behandlungen im Schlingentisch und Kombinationsbehandlungen durchgeführt. Die Therapiestudie lief über 20 Jahre.

Die Auswertungen umfangreicher funktioneller Tests ergaben, dass vorsichtige dynamische Behandlungen bei verschiedenen Durchführungsvarianten und bei unterschiedlichen muskulären Erkrankungen keine negativen Effekte hatten, sondern im Gegenteil nicht nur subjektive, sondern auch objektivierbare positive Effekte zeigten. Die Auswertungen bei mehr als 2.000 Patienten mit mehr als 3.500 Behandlungsdokumentationen ergaben:

- Verminderung von Gelenk- und Muskelsteifigkeit
- Optimierung der verbliebenen Muskelfunktionen im Sinne besserer Kraft und Ausdauer, z. B. Erhalt der Steh- und Gehfunktion
- Minderung von Haltungsschäden (Fehlhaltungen) und Schmerzen
- Verbesserung von Körperhaltung und Gleichgewicht
- Leichtere Bewältigung von komplexen Bewegungsabläufen
- Erleichterung der Aktivitäten des täglichen Lebens
- Unterstützung von Kreislauf und Atemfunktion
- Verlangsamung des Fortschreitens der Erkrankung

Die Ergebnisse wurden auf zahlreichen Kongressen vorgetragen. Publikationen führen dazu, dass das Therapiekonzept der WBK allgemein übernommen wurde und Eingang in die Literatur fand. Prof. Dr. med. Georg Weimann fasste die Ergebnisse in dem Buch „Neuromuskuläre Erkrankungen – Grundlagen, Krankengymnastik, physikalische Therapie, Ergotherapie“ zusammen. Das Buch erschien 1994 im Pflaum-Verlag München und gilt derzeit als wesentliches Werk zur Behandlung solcher Patienten.

Therapie in der WBK
Auf der Basis der Auswertungen der 20-jährigen Therapiestudie erfolgen heute die Behand­lungen durch erfahrene und speziell geschulte Therapeuten.

In der WBK werden dynamisch orientierte krankengymnastische Behandlungen sowohl im Trockenen als auch im Wasser, im Schlingentisch oder als Kombination durchgeführt, jedoch kommen im Rahmen der Behandlungen auch isometrische Behandlungselemente mit zum Einsatz. Weiterhin werden Ganzkörperüberwärmungsbäder nach Lampert durchgeführt, die den Muskelstoffwechsel anregen und evtl. durch Fehlhaltung bedingte Muskelverspannun­gen lockern.

Weitere Therapiemaßnahmen sind lockernde und den Stoffwechsel leicht anregende manuel­le Massagen sowie kombinierte mittel- und niederfrequente Reizströme zur Muskel­kräftigung und bei Bedarf zur Schmerzlinderung (z. B. bei Hyperlordosierung oder sonstigen Fehlhaltungen). In einem Teil der Patienten kann auch ein vorsichtig dosiertes apparatives, vom Krankengymnasten kontrolliertes Muskeltraining angezeigt sein.

Je nach Symptomatik kommen weitere Maßnahmen aus dem gesamten Spektrum der physi­kalischen Medizin in Betracht. Im Rahmen der Ergotherapie erfolgt nicht nur ein funktionell ausgerichtetes Training insbesondere zur Verbesserung der Selbsthilfefähigkeit, sondern auch eine Beratung und gegebenenfalls eine Erprobung von Hilfsmitteln. Vor und nach der Behandlung wird ein sehr ausführlicher funktionsdiagnostischer krankengymnastischer Befund erhoben, bei dem die Kraft zahlreicher Muskelgruppen und das Bewegungsausmaß der großen Gelenke und die lokale Ausdauer besonders der Extremitätenmuskulatur getestet werden.

Bei Bedarf erfolgen eine neurophysiologische Überprüfung der Diagnose sowie eine inter­nistische Abklärung von begleitenden Herz- und Atemmuskelbeteiligungen sowie eine medikamentöse Einstellung und die Überprüfung von Ventilationsstörungen im Schlaflabor, um festzustellen, ob evtl. eine assistierte intermittierende Beatmung notwendig ist.

Im Rahmen von Patientenseminaren mit Arzt und Psychologe erfolgen Informationen über grundsätzliche Aspekte von neuromuskulären Erkrankungen sowie Therapiemöglichkeiten und Krankheitsverarbeitungsstrategien, aber auch Diskussionen über Problemen mit Kosten­trägern.

Langzeitbeobachtungen an wiederholt in der WBK stationär behandelten Patienten zeigten eine überraschend langsame Progredienz der Symptomatik, so dass wir von einer Verzöge­rung des Krankheitsverlaufes durch wiederholte stationäre physikalische Behandlungen aus­gehen.

In den Schulferien, besonders den großen Sommerferien, aber auch in Oster- und Herbst­ferien werden zahlreiche Kinder und Jugendliche bevorzugt zur Behandlung aufgenommen, damit möglichst wenig Schulbesuch ausfallen muss. Auch Eltern können als Begleitperson mit aufgenommen werden, sofern der Kostenträger die Genehmigung erteilt.

Die Behandlungsdauer der Rehabilitation wird meist vom Kostenträger zunächst für 3 Wochen genehmigt. Bei medizinischer Notwendigkeit wird eine Verlängerung der Kosten­übernahme ärztlicherseits beantragt. Die Klinik wird sowohl von Regelleistungs- wie Privat­krankenkassen belegt wie auch Rentenversicherungsträgern.

ANSCHRIFT
Asklepios Weserbergland-Klinik GmbH
Grüne Mühle 90
37671 Höxter
Telefon: +49 (0)5271-98-0
Telefax: +49 (0)5271-98-4444
E-Mail: hoexter(at)asklepios(dot)com
Internet: www.weserbergland-klinik.de

Klinik Hoher Meißner in Bad Soden-Allendorf

Neuromuskuläre Erkrankungen sind sehr selten. Der Hausarzt oder auch der Neurologe in der Praxis wird die einzelnen Erkrankungen nur sehr selten in seiner Praxis sehen. Das gleiche gilt für Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Logopäden. Auch sie haben zumeist keine Gelegenheit, Erfahrungen in der Behandlung dieser Patienten zu erwerben. Selbst in der neurologischen Rehabilitation werden diese Erkrankungen nur selten gesehen. Deshalb ist es wichtig, dass sich wenige Kliniken intensiv mit den Krankheitsbildern vertraut machen.

In der Klinik Hoher Meißner wurde systematisch ein Behandlungsschwerpunkt für Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen aufgebaut. Durch die hohe Patientenzahl, 70 bis 80 Patienten werden heute jeweils zeitgleich in der Neurologischen Abteilung mit einer neuromuskulären Erkrankung behandelt, besteht im ärztlichen, therapeutischen und pflegerischen Bereich Routine im Umgang mit den Erkrankungen und deren Therapie. Somit haben die Patienten auch in jedem Bereich einen erfahrenen Ansprechpartner. In den letzten Jahren wurden jeweils über 700 Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen in unserer Abteilung behandelt.

Bei Aufnahme wird überprüft, ob die bisher gestellte Diagnose plausibel ist oder weitergehende Diagnostik notwendig ist. In der Regel liegt eine umfassende Diagnostik bereits vor, Doppeluntersuchungen erfolgen nicht. Ist im Rahmen der neuromuskulären Erkrankungen eine Mitbeteiligung von Herz- oder Lungenfunktion zu erwarten, entsprechende Diagnostik aber nicht erfolgt, wird diese ergänzt. 

Das Behandlungsprogramm für Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen wird nach der Aufnahmeuntersuchung individuell zusammengestellt. Es umfasst je nach vorliegender Symptomatik

 

  • Krankengymnastik in Einzeltherapie,
  • Logopädie in Einzeltherapie bei Schluck- oder Sprechstörungen und 
  • Ergotherapie in Einzeltherapie bei Funktionsstörungen der oberen Extremitäten und zur Hilfsmittelversorgung.
  • Ergänzend kommen Gruppentherapien von Krankengymnastik auf dem Trockenen und im Wasser, Ergotherapie und Logopädie, zum Teil speziell für Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen hinzu.
  • Physikalische Therapie zur Schmerzlinderung (Infrarot-Kabine, Massagen, Elektrotherapie, Balneotherapie)
  • Bei Bedarf psychologische Einzelgespräche zur Krankheitsverarbeitung
  • Psychologisch geleiteter Gesprächskreis speziell für Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen
  • Vierzehntägig ärztliche Vorträge über neuromuskuläre Erkrankungen

Das Behandlungsergebnis wird durch die ärztliche Aufnahme- und Entlassungsuntersuchung sowie standardisierte physiotherapeutische und ergotherapeutische Untersuchungen bei Aufnahme und Entlassung dokumentiert.

Neben den natürlich im Mittelpunkt stehenden körperbezogenen Behandlungen ist im Einzelfall auch die psychologische Betreuung von Bedeutung. Neben psychologischen Einzelgesprächen finden psychologisch geleitete Gesprächsgruppen speziell für Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen statt. Alle vierzehn Tage werden Patientenseminare mit informativem Charakter für diese Erkrankungen durchgeführt. Zentrale Inhalte sind dabei unter Anderem die aktuellen Therapiemöglichkeiten und -studien. Auch über Ernährung, Sport oder Führen eines KFZ mit einer neuromuskulären Erkrankung wird in diesem Rahmen berichtet.

Umfangreiche Informationen sind der Homepage der Klinik Hoher Meissner (www.reha-klinik.de) unter „Informationen über Krankheitsbilder für Patienten (Neurologie)“ in Form von Übersichten und Einzeldarstellungen vieler neuromuskulären Erkrankungen zu entnehmen. Ebenso stehen aus der Klinik stammende Artikel der Zeitschrift Neurologie&Rehabilitation aus dem Jahre 2012 zum Download zur Verfügung.

Reha Klinik
W. und M. Wicker GmbH & Co. KG
Dr. med. Carsten Schröter


Arzt für Neurologie, Physikalische Therapie und Rehabilitationswesen
Medical Hospital Manager

Hardtstraße 36

37242 Bad Sooden-Allendorf

Tel.: (056 52) 55 - 0           
Fax: (056 52) 55 - 870

E-Mail: info(at)reha-klinik(dot)de
Internet: www.reha-klinik.de