Freiwilliges Soziales Jahr als Schulassistenz

Das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) bietet vielfältige Einsatzmöglichkeiten sich zu engagieren und wertvolle Erfahrungen zu sammeln.

(v.l.n.r.) Stehend: Tom und Lukas. Im Rolli: Thiemo und Jan-Philipp

Viele junge Menschen möchten später in einem sozialen Beruf arbeiten, sind aber nicht ganz sicher, ob diese Berufsrichtung auch wirklich das richtige ist. Andere wiederum möchten gerne, bevor sie richtig ins Berufsleben starten, etwas Sinnvolles tun, um anderen Menschen zu helfen. Ein Freiwilliges Soziales Jahr ist eine gute Gelegenheit, erste Erfahrungen im Sozial- und Gesundheitswesen zu machen und gleichzeitig eine wertvolle Hilfe für Vereine und Organisationen, die oft auf diese Unterstützung angewiesen sind. 

Auch wir bieten jungen Menschen die Gelegenheit, sich im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres sozial zu engagieren, sich beruflich zu orientieren und soziale Kompetenzen weiter auszubauen.

Durch die Bereitstellung einer Assistenz (Schulbegleitung) können Kinder und Jugendliche eine Regelschule besuchen, Praktika absolvieren und nach der Schule studieren oder eine Ausbildung machen.

Aufgaben: 
Als FSJ-ler in unserem Team unterstützen Sie i.d.R. eine/n an Muskelschwund erkrankten Schüler/in bei all den Tätigkeiten, die diese nicht mehr allein ausführen können. Dazu gehört z.B. das An- und Ausziehen der Jacke, Material aus den Taschen holen, Notizen machen, beim Essen helfen, etc. und ggf. auch beim Toilettengang.

Voraussetzungen:
- Mindestalter: 18 Jahre (unter Umständen ist ein Einstieg mit 17 möglich)
- Gutes Benehmen und ein freundlicher Umgang
- Zuverlässigkeit vor allem in Bezug auf Pünktlichkeit, Einhaltung von Absprachen und Arbeitsanweisungen 

Das bieten wir:
- Ein nettes und lockeres Arbeitsumfeld
- Eine verantwortungsvolle Vollzeit-Stelle
- Die Möglichkeit, sich persönlich zu entfalten und soziale/kommunikative Kompetenzen zu stärken

Einsatz im Raum Hamburg
Einsatzbeginn: in der Regel jeweils nach den Sommerferien
Dauer: 12 Monate (mit Option auf Verlängerung) 
Arbeitszeit: Die Arbeitszeiten variieren je nach Einsatzstelle

 

Offene Stellen ab August 2019:
Alsterdorf: Für eine Schule in Alsterdorf suchen wir mehrere FSJ-ler (m/w) in verschiedenen Jahrgängen.

Blankenese: Für die Betreuung eines Schülers in Blankenese suchen wir einen männlichen FSJ-ler.

Wandsbek: Für die Betreuung einer jungen Frau an einer Berufsschule in Wandsbek suchen wir eine weibliche FSJ-lerin.

Bei Interesse melden Sie sich bitte bei Frau Daniela Flesch.
Tel.: (040) 32 32 31-0
flesch@muskelschwund.de

Weitere allgemeine Informationen zum Freiwilligen Sozialen Jahr erhalten Sie u.a. auch unter folgenden Links:

Quelle: Hamburger Abendblatt

Erfahrungsbericht: Victor war uns eine große Hilfe

William S. wurde am 20. Dezember 1996 in Hamburg geboren. Er entwickelte sich gut, lernte früh laufen und war ein außergewöhnlich aufgewecktes und fröhliches Kind. Doch irgendwann fiel seiner Familie auf, dass William ungern lief und ihn längere Strecken schnell ermüdeten. 

Kurz nach seinem 11. Geburtstag wurde es immer schlimmer. William musste sich diversen Untersuchungen unterziehen, dann stand die Diagnose fest: William leidet an Muskeldystrophie und an einer Friedreich Ataxie Erkrankung. Familie S. war wie vor den Kopf gestoßen. Tagelang bewegten sie sich in einem Alptraum der Fassungslosigkeit. 

Dass nicht alle Menschen gesund geboren werden, das weiß man und nimmt man so hin – solange wie es „die Anderen“ betrifft. Wenn aber das eigene Kind betroffen ist, dann scheint diese Tatsache einfach so undenkbar ungerecht zu sein, so unwirklich. 

Familie S. brauchte eine ganze Weile um zu akzeptieren, dass ihr Sohn krank ist. Erst mit der Zeit lernte sie, mit dieser Tatsache zu leben. 

Vom Tag der Diagnose an hat sich für die kleine Familie vieles verändert, vor allem die normalen Abläufe im Alltag. „Wir mussten lernen, unsere Zeit besser einzuteilen, was noch immer die größte Herausforderung ist“, sagt Frau S.. „Wir haben immer das Gefühl, dass Minuten zu Sekunden werden“.

Ab dem 12. Lebensjahr lief William immer weniger, da ihn jeder Schritt viel Kraft kostete. Er verlor immer mehr die Kontrolle über seine Beine und stürzte häufiger. Das war dann der Zeitpunkt, an dem es ohne einen Rollstuhl nicht mehr ging. 

Auch der Alltag in der Schule wurde für William immer schwieriger. Eines Tages legte die Schule der Familie ans Herz, eine Eingliederungshilfe für William zu beantragen. Ende Februar 2011 stellte Frau S. den Antrag, der dann nach einem langen Kampf mit der Behörde endlich 5 Monate später, kurz vor Beginn des neuen Schuljahres, bewilligt wurde. 

„Wir befanden uns in einer wirklichen Not-Situation, denn zu diesem Zeitpunkt wurde der Zivildienst abgeschafft“, sagt Frau S., die sich hilfesuchend an die DMH gewandt hatte. Zu diesem Zeitpunkt stand uns jedoch leider kein FSJ-ler mehr zur Verfügung. Durch einen glücklichen Zufall konnten wir Familie S. dann aber doch noch helfen. Zum 1.9.2011 trat Victor D. als FSJ-ler seinen Dienst als Schulbetreuer von William an. Jeden Morgen wartete er auf dem Schulhof der Stadtteilschule, begleitete ihn mit dem speziell angefertigten Rollstuhl zum Klassenzimmer und schrieb in allen Kursen für William die Notizen. „Victor war immer sehr zuverlässig, und sein Einsatz war für unsere ganze Familie eine große Hilfe“, versichert Frau S. 

William S., der trotz seiner Erkrankung seine positive Einstellung nicht verloren hat, will so "normal" wie möglich leben. Sein größter Wunsch ist es, irgendwann einen guten Job zu haben und eventuell sogar eigenständig in einer eigenen Wohnung leben zu können. 

Auf die Frage, ob William trotz seiner Krankheit ein glücklicher Mensch sei, sagt seine Mutter: „ Ich hoffe es sehr. Er reist nach wie vor sehr gerne. Er liebt Musik, flirtet gerne und liebt gutes feines Essen. Als Halb-Franzose liegt ihm das sozusagen im Blut“, fügt seine Mutter schmunzelnd hinzu.

„Jeden Tag versuche ich, mir vor Augen zu halten, was William noch alles machen kann, und das hilft mir sehr. William lebt nach dem Motto: Ich mache das Beste draus. Ich sehe immer das, was ich kann und nicht das, was ich nicht kann! Seine positive Einstellung und sein starker Wille geben mir viel Kraft“, sagt Williams Mutter.