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"DAS" Therapiezentrum / Muskelkrankheiten: Kurzfassung von Martin Kemper - vom 11.03.03

| Seit 1985 besteht eine Zusammenarbeit zwischen der Muskelschwundhilfe und der ( ASKLEPIOS- ) Weserberglandklinik in Höxter. Sie hat das Ziel, physiotherapeutische Verfahren zur Behandlung muskelkranker Menschen zu optimieren, da bisher keine medizinischen Möglichkeiten zur Verfügung stehen, diese Krankheiten ursächlich zu heilen. |

| Systematisches Vorgehen bei der Untersuchung und Behandlung der muskelkranken Patienten erbrachten im Rahmen der von der DMH geförderten "Therapiestudie" einen enormen Zuwachs an praktischen Erkenntnissen, der eine Wissensvermittlung , v. a. an ambulant tätige Therapeuten, sinnvoll erschienen ließ. Schließlich sollten die Betroffenen auch zu Hause von den neuen positiven Möglichkeiten profitieren. |

| Während der 17- jährigen Zusammenarbeit behandelte das WBK- Therapeutenteam unter fachärztlicher Leitung mehr als 1000 Patienten mit neuro- muskulären Erkrankungen ( NME ), die in insgesamt mehr als 2000 Behandlungsdokumentationen detailliert erfasst wurden. Viele der Patienten kamen mehrfach, weitere konnten aus verschiedenen Gründen zwar behandelt, aber nicht mehr ausgewertet werden. Insofern liegt die Anzahl noch deutlich höher |

| Der Vergleich mit einem Kran soll verdeutlichen, welche enormen Kräfte ein gesunder Mensch aufbringen muss, um seinen Körper gegen die Schwerkraft zu halten: Im Vergleich mit dem "Muskelmann" ( entnommen aus dem 1994 im Pflaum- Verlag / München erschienenen Fachbuch "Neuromuskuläre Erkrankungen", das die neuen Erkenntnisse erstmals für Fachleute und Patienten präsentiert ) hält auch ein Kran nur dann das Gewicht des Tragarmes aus, wenn er kräftig und sicher "hinten" verzurrt ist. Beim Menschen entspricht das Haltesystem den starken Rückenmuskeln. |

| Der Körper benötigt ein normales Maß an normaler kräftiger Muskelmasse,um sein eigenes Gewicht gegen die Schwerkraft bewegen zu können.Muskelkranke erleiden im Laufe ihres Lebens einen Verlust an Muskelsubstanz , die entstehenden "Lücken" füllt funktionslosesBinde- und Fettgewebe aus. Folge: Kraft, Ausdauer und Beweglichkeitsind immer mehr reduziert, das Zutrauen zur Körperbeherrschung sinkt,aus Angst vor Stürzen schont sich der Betroffene, ein Teufelskreis entsteht. |

| Der "typische" Patient mit "Muskelschwund" ist proximal betroffen, das bedeutet am Körper. Die rot hervorgehobenen Wortteile einer Krankheitsbezeichnung weisen meistens schon auf diese Hauptbefallsregion hin, an der dann "Muskelschwund" entsteht. Rücken- und Beckenmuskelschwächen nehmen zu mit der Folge, dass der Körper haltlos vornüber kippt - wie der Kran, dem Halteseile ( = stabiler Rücken ) und eine sichere Basis ( = muskulär stabil in Position gehaltener Beckenknochen ) fehlen ! |

| Eine grundsätzlich andere Form von "Muskelschwund" läuft distal ab, also nicht am Rumpf, sondern Fuß-, eventuell auch Hand- betont. Diese Kranken besitzen meist gute Körperkraft, stehen aber auf sehr unsicheren und schwachen Füßen oder können Gegenstände in ihren schwachen Händen nicht gut halten. Sie empfinden Gleichgewichtsstörungen und wünschen sich nichts sehnlicher als tragfähige Fußmuskeln... |

| Die Schwerpunkte des physiotherapeutischen Therapiekonzeptes am Behandlungszentrum ASKLEPIOS- Weserberglandklinik in Höxter sind mittlerweile so differenziert, dass für jede Symptomenkombination eine angemessene Behandlungslinie konzipiert werden kann. Die Routine erlaubt ein sicheres Vorgehen, bei dem der Spaß nicht zu kurz kommt...! |

| ...wirkt eine schwierige Therapiesituation auf manchen Patienten, der haltlos, wie er sich fühlt, sich nun auf etwas einlassen soll, was er lange nicht mehr versucht hat: Zum Beispiel seine Balance zu trainieren, um anschließend gestärkt und mit viel Selbstbewußtsein festzustellen, dass seine Sturzangst erheblich abgenommen hat. Sich erst einmal darauf einzulassen und den routinierten Behandlern zu vertrauen, dazu gehört zunächst sehr viel Mut. Aber gemeinsam ist das ohne großes Risiko zu schaffen...!
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