Inklusionstruck beim Schlagermove

"Ich habe vor Freude geweint, als ich erfahren habe, dass ich als Rollifahrerin dabei sein darf"

Wer Schlager im Herzen trägt, darf beim Schlagermove definitiv nicht fehlen. Jedes Jahr verwandeln hunderttausende Besucher die Hansestadt in eine schrille, kunterbunte Partymeile. Um auf einem der Trucks mitfahren zu dürfen, muss man schnell sein und zum Teil tief in die Taschen greifen.

Für Menschen mit Behinderung, insbesondere für Menschen im Rollstuhl, gab es bisher nur die Möglichkeit als Besucher an dieser Veranstaltung teilzunehmen. Dass das bei den Menschenmassen und dem Gedrängel kein Vergnügen ist, kann sich sicher jeder gut vorstellen. Auf einem Truck mitzufahren war ganz ausgeschlossen. Doch das änderte sich 2019.

Auf Initiative von Schlagersänger Peter Sebastian und einer Kooperation der Deutschen Muskelschwund-Hilfe e.V. mit dem Förderkreis unfallgeschädigter Kinder entstand der erste Inklusionstruck. Dieser wurde von Uwe Borutta und seinem großartigen Team konstruiert.

Die sieben mitfahrenden Rollstuhlfahrer wurden mit einer Hebebühne auf den Truck gehoben, der extra mit einem rollstuhlgerechten WC ausgestattet war. Eine Seitenwand war auf Rollstuhlhöhe angepasst, so dass man auch in sitzender Position einen super Blick auf die Schlagerfans auf den Straßen hatte. „Alle in einem Boot – so soll es sein“, lautete das Motto des Trucks.

Die Tickets für den Truck sollten kostenlos sein, das stand für alle Beteiligten von vornherein fest. Wir starteten eine Ausschreibung für die zur Verfügung stehenden Plätze und die Resonanz war unglaublich. Eine unserer Mitfahrenden sagte, sie habe vor Freude geweint, als sie erfahren hat, dass sie als Rollifahrerin dabei sein darf.

Alle Mitfahrenden genossen die Fahrt und die Aufmerksamkeit, die unser Truck als 1. Inklusionstruck beim Schlagermove erhielt. Es war so schön zu sehen, dass alle so viel Spaß hatten und einfach ´mittendrin´ waren. Überwältigend waren auch die Reaktionen der Schlagerfans auf den Straßen. Sie applaudierten, zeigten uns ´Daumen hoch´, gaben uns ´High Five´ und wenn wir anhielten, kamen Leute an den Truck und hielten die Hände unserer Rollifahrer. Das war sehr bewegend.

Für alle Projektverantwortlichen war klar: Wir sind beim nächsten mal wieder dabei – und dann mit einem größeren Truck! Leider kam uns dann Corona dazwischen. Aber fest steht. Sobald der Schlagermove wieder unbedenklich stattfinden kann, sind auch wir mit dem Inklusionstruck wieder dabei.

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